Änderungen im Pflegegesetz - Finanzservice Leibenzeder - Versicherungsmakler Emmendingen || Freiburg Leibenzeder Finanzservice

Das zweite Pflegestärkungsgesetz PSG II

​Mit Datum zum 13.11.2015 hat der Deutsche Bundestag das zweite Pflegestärkungsgesetz PSG II beschlossen. Die meisten Änderungen treten zum 1.1.2017 in Kraft, da sich zu besagtem Zeitpunkt auch diverse Änderungen bezüglich der Begrifflichkeit zur Pflegebedürftigkeit ändern. 

Die wesentlichen Dinge, die seit 1.1.2016 gelten, betreffen hauptsächlich die - Verhinderungspflege - Kurzzeitpflege und - das hälftige Pflegegeld. 


Änderungen in der Verhinderungspflege (§39 SGB XI) 

Diese Form der Pflege kann in Anspruch genommen werden, wenn die pflegende Person wegen Krankheit der Urlaub verhindert ist. Für die Zeit von maximal 6 Wochen (42 Tage) können bis zu 1612€ an Aufwendungen in Anspruch genommen werden, wenn die pflegende Person die Pflege vor der erstmaligen Verhinderung mindestens 6 Monate ausgeführt hat. 

Sollten die 1612€ nicht ausreichend sein, so können weitere Leistungen aus der Kurzeitpflege heraus beantragt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass diese Mittel bisher nicht in der Kurzzeitpflege beansprucht wurden. Aus diesem Topf können dann zusätzlich bis zu 806€ für die Verhinderungspflege beansprucht werden. Insgesamt entsteht so ein Gesamtanspruch von maximal 2418€ pro Kalenderjahr. 

Gleiches gilt für die Anspruchsdauer. Sind die 8 Wochen der Kurzzeitpflege noch nicht in Anspruch genommen worden, kann dieser zusätzliche Zeitraum für die Verhinderungspflege beansprucht werden. Insgesamt können so 14 Wochen (96 Tage) für die Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Wenn jedoch der Betrag von 806€ aus dem Budget der Kurzzeitpflege noch nicht verbraucht ist, die Höchstanspruchsdauer von 56 Tagen für die Kurzzeitpflege aber schon ausgeschöpft ist, kann KEINE Finanzierung der Verhinderungspflege über die Kurzzeitpflege erzielt werden. 

Neu seit dem 1.1.2016 ist aber, dass die Anrechnung des Leistungsbetrages und der Leistungsdauer zukünftig für Ersatzpflegepersonen bis zum zweiten Grad der Verwandtschaft möglich ist. Es können also z.B. Geschwister oder Schwager/Schwägerin tätig werden. Gleiches gilt für Personen die in häuslicher Gemeinschaft mit der Pflegeperson leben und die Pflege erwerbsmäßig ausüben. Zusätzlich können Kosten für die Pflegetätigkeit, Fahrtkosten oder Verdienstausfall geltend gemacht werden, wenn der Ersatzpflegeperson nachweislich Kosten entstanden sind, die aber nicht über der Gesamtsumme von maximal 2418€ pro Kalenderjahr liegen. 


Änderungen in der Kurzzeitpflege (§42 SGB XI) 

Wenn im Rahmen der häuslichen Pflege zeitweise nicht, oder nicht in erforderlichem Umfang gewährleistet werden, oder reicht die teilstationäre Pflege nicht aus, so besteht Anspruch auf vollstationäre Pflege. Die Anspruchsdauer der Kurzzeitpflege hat sich zu Beginn des Jahres von 4 auf 8 Wochen erhöht. Der maximale Erstattungsbetrag in Höhe von 1612€ bleibt jedoch unberührt.

Wenn der Anspruch der Kurzzeitpflege in Höhe von 1612€ pro Kalenderjahr bereits ausgeschöpft ist, kann jedoch der nötige weitere Aufenthalt über das Budget aus dem Topf der Verhinderungspflege in Anspruch genommen werden. Somit kann der Anspruch auf bis zu einem Betrag von 3224€ pro Kalenderjahr für eine maximale Dauer von bis zu 14 Wochen oder 98 Tagen (42 Tage Verhinderungspflege und 56 Tage Kurzzeitpflege) erhöht werden. 


Änderungen im Hälftigen Pflegegeld (§37 SGB XI) 

Bei Bezug von Pflegegeld wird während einer Kurzzeitpflege für bis zu 8 Wochen und während einer Verhinderungspflege für bis zu 6 Wochen pro Kalenderjahr das hälftige Pflegegeld bezahlt.

Schäden beim Umzug durch die Privathaftpflichtvers...
Vereinfachter Kontenwechsel seit 1.9.2016

Ähnliche Beiträge

Kommentare

 
Keine Kommentare vorhanden
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Dienstag, 19. September 2017

Sicherheitscode (Captcha)