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Brexit - Nur keine Panik!

Vergangenen Freitag ging ein Aufschrei um die Welt.

Die Briten verlassen die Eurozone. Gleichzeitig gab es massive Kursrutsche an den weltweiten Börsen bis in den Montag hinein.

Massaker an den Märkten", "Börsen in Panik", "Billionen Euro vernichtet". An dramatischen Schlagzeilen mangelt es nicht. Hier wird aber leider wieder einmal massiv übertrieben.

Wer heutzutage aber gehört werden will in der tagtäglichen Informationsflut der muss zu drastischen Mitteln greifen. Die Kursbewegungen vom Freitag, dem 24. Juni, werden dazu gerne über einen Zeitraum von ein paar Stunden, höchstens drei oder vier Tagen dargestellt.
In dieser kurzen Betrachtung sehen die Ausschläge dementsprechend dramatisch aus. Doch blickt man auf die Vorwoche ist alles halb so wild. In den Tagen vor dem Entscheid ist zwar nur mit einem knappen dennoch sicheren Verbleib der Briten gerechnet worden. Die Kapital- und Devisenmärkten haben das mit Kurszuwächsen quittiert.

Sobald eine Information von den vorherrschenden Erwartungen abweichend ist, führt das meistens innerhalb kürzester Zeit zu einer Kurskorrektur. Genau so war es auch am vergangenen Freitag. Was anfänglich wie der schwerste Crash seit 2009 aussah, drehte sich schon nach wenigen Minuten in die Gegenrichtung. Von Panik konnte keine Rede mehr sein. Und den ganzen Tag über wurden die Verluste schon kleiner.
Wer nun nüchtern das Kursgeschehen analysiert, kann daraus Rückschlüsse auf die jeweils vorherrschenden Erwartungen ziehen. Es wurden einige Besonderheiten herausgestellt. Sei es der "Absturz des Britischen Pfunds" oder der Verlust des Euros gegenüber dem Dollar.
Es kann aber kaum die Bewegung von 76 auf 82 britische Cent für einen Euro (also von1,32 auf 1,22 Euro pro Pfund) gemeint sein, denn um diese Wegstrecke hatte sich das Pfund heimlich, still und leise allein im April und Mai gegen Euro erholt. Wer hingegen auf einen Verlust des Pfund gewettet hatte ist jetzt ein reicher Mann.

Das alles sind jedoch nur Kleinigkeiten im Vergleich zu dem Kurs von vor drei Jahren. Denn zu damaligem Zeitpunkt war das Pfund sogar deutlich weniger Euro wert als jetzt.
Allein im Jahr 2008 war das Pfund von über 1,40 Euro fast auf die Parität von ein Pfund zu einem Euro gefallen. Nachdem nun der Euro auch gegenüber dem Dollar verloren hast ist auch hier nicht alles so schlimm wie dargestellt.
Der Euro/US-Dollar-Wechselkurs liegt in der Bandbreite der vorausgegangenen Monate. Und sogar Pfund gegen US-Dollar sieht nicht halb so dramatisch aus wie mancherorts dargestellt: Gerade mal 3,1 Prozent ist das Pfund gegen Dollar in den vergangenen drei Monaten gefallen.
Letztlich aber sehen wir den niedrigsten Stand seit 1985. Es bleibt zumindest spannend, wie es weitergeht und ob weitere "Dominosteine" fallen werden und ebenfalls einen Austritt aus der Gemeinschaft anstreben werden.
Einzelne Parteien in Frankreich und den Niederlanden haben schon angekündigt hier Schritte einleiten zu wollen.

Während sich andere Volkswirtschaften über eine Schwäche ihrer Währung gegen die wichtigste Welthandelswährung freuen, weil es Exporte erleichtert, dürfte Großbritannien netto kaum profitieren, denn Importe verteuern sich.
Ohne starke Exportindustrie hat England wenig Grund,sich über eine Pfund-Schwäche zu freuen. Allgemein gesagt past die gesamte Marktbewegung an der Londoner Börse nicht so recht ins Unterganszenario. Im ersten Moment gab es zwar einen 9,5-prozentigen Kursrutsch. Dieser dürfte aber von recht undifferenzierten Verkäufen des Gesamtmarktes, insbesondere dem Future-Handel der Terminbörse ausgelöst worden sein.
Im Laufe des Handelstages wurden dann doch einzelne Titel starker unter Beschuss genommen. Bankaktien gehörten, nicht nur in London, zu den größten Verlierern. So gibt es aber auch genügend Gewinner, deren Geschäfte während dieses Handelstages kräftig gestiegen sind.
British American Tobacco (BAT) beispielsweise um 2,6 Prozent. Historisch betrachtet liegt der Tagesverlust von 3,2 Prozent beim FTSE-100 liegt im Rahmen normaler Tagesschwankungen. Tatsächlich gehört der Londoner Aktienmarkt im laufenden Jahr eher zu den stabileren.
Die Konjunktur der Briten entwickelte sich seit einiger Zeit wieder besser als auf dem Kontinent und die börsennotierten Aktiengesellschaften werden sich auf die veränderten Rahmenbedingungen besser einstellen können.

Weit stärker mussten andere euroäische Börsen Federn lassen. Allen voran erlebten spanische, italienische und griechische Wertpapiere herbe Kursverluste. Der spanische Ibex-35-Index verzeichnete einen Tagesverlust von 12,4 Prozent, der italienische MIB in Mailand von 12,5 und der griechische ASE General Index der Börse Athen einen Rückgang um 13,2 Prozent. Der EU-Austritt Großbritanniens selbst ist wirtschaftlich kein großes Problem. Es ist durchaus denkbar, dass es zu Wohlstandsverlusten bei den Engländern führen wird, ändert aber kaum den Wert der meisten englischen Unternehmen. Eine andere Sichtweise ist die Tatsache, dass durch den Austritt die 400 reichsten Familien dieser Erde knapp 150 Milliarden Dollar verloren haben.

Für viele aber wesentlich schlimmer ist die Signalwirkung, die vom Brexit für die Zukunft der EU ausgeht. Aus US-amerikanischer Sicht sieht es momentan so aus, als würde sich Europa auflösen, zerfallen, ins Zeitalter von Kleinstaaten zurückfallen. Und das kann für die Papiere der Staaten von Spanien, Italien und Griechenland nicht gesund sein. Die größten Verlieren an Tag Eins nach dem Votum sind somit die Titel von europäische Banken. Neben Barclays (-17,7 Prozent) undLloyds Banking Group (-21,0 Prozent) finden sich da vor allem Banken aus Italien (Intesa SanPao-lo -22,9 Prozent) und Spanien (Banco Santander -19,9 Prozent).
Es ist also kein britisches Problem sondern dehnt sich auf Kontinentaleuropa aus. Das Risiko an den europäischen Märkten wird also weiter hoch sein, und die Volatilität wird weiter zunehmen. Das Brexit-Votum hat als die bestehenden Sorgen über ein weiteres auseinanderdriften der Zone verschärft.
Es ist durchaus denkbar, dass sich eine Umkehr vom geeinten Europa vollzieht. Wie oben schon erwähnt könnte das der Auftakt einer Reihe von Volksentscheiden sein die den Dominostein zum fallen bringen. Spannend bleibt es also allzumal, ob es die Politiker schaffen den Menschen soviel Vertrauen in die Union zu schenken. Hiervon wird die Kursentwicklung getragen werden.

Wir bleiben dran und werden im Bedarfsfall agieren. Derzeit bleibt nur zu sagen – Keine Panik, den der Austritt bietet auch Chancen.
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Der nächste geht von Bord...

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