Indexpolicen als Wunderwaffe? - Finanzservice Leibenzeder - Versicherungsmakler Emmendingen || Freiburg Leibenzeder Finanzservice

Indexpolicen - Die neue Wunderwaffe der Versicherer?

Lebensversicherer abgemahnt 

Verbraucherschützer sprechen von übler Täuschung 

Wieder einmal erhält die Branche schlechte Presse und kommt dadurch nicht zur Ruhe. 

Heute möchten wir uns mit dem Thema der Indexpolicen auseinandersetzen und kritisch beleuchten. Speziell aus dem Hause der Allianz gibt es einige Ungereimtheiten zu vermerken. 

Der Konzern kommt nicht aus den Negativschlagzeilen: Nicht nur, dass der Bund der Versicherten (BdV) dem Versicherer diese Woche vorwirft bewusst falsche Äußerungen zu seinem Neugeschäft ohne Garantizins vorzulegen, nein, nun legt auch die Verbraucherzentrale Hamburg nach, indem sie den Konzern abmahnt und eine Unterlassungserklärung fordert. 

Der Spiegel Online berichtet am vergangenen Freitag, dass die Werbung für die neue Lebensversicherung "IndexSelect" irreführend sei und die Werbung hierfür doch bitte zumindest in Teilen unterbleiben soll. Auch sieht es wohl so aus, dass die Verbraucherzentrale die Allianz vor den Richter zerren will, sollte keine entsprechende Erklärung abgegeben werden.

Aufgrund eines immer schwierigeren Umfeldes und niedriger Zinsen sind Indexpolicen die große Hoffnung der Branche, um im Geschäft mit Lebensversicherungen nicht komplett unter zu gehen. Fest steht auch schon, dass der Garantiezins ab dem Jahr 2017 von derzeit 1,25% auf dann nur noch 0,9% fallen soll. Wohlgemerkt auf den Sparanteil und nicht auf den eingezahlten Beitrag. Schon jetzt sind nach Abzug von Kosten und Inflation keine positiven Renditen mehr zu erwirtschaften, und machen die Lebensversicherung noch unattraktiver. Wer also genau rechnet muss noch Geld mitbringen, um überhaupt sein eingesetztes Kapital wieder zu erhalten. 

Gegenüber der klassischen kapitalgebundenen Lebensversicherung stellt eine Index-Police keinen Garantiezins mehr dar, sondern soll an möglichen Entwicklungen eines bestimmten Börsenindexes partizipieren. Im Falle der Allianz lockt die "Index-Select" potenzielle Sparer mit "hohen Wachstumschancen" durch die Investition in den Euro Stoxx 50. Scheinbar lassen sich die Kunden auf das Spiel ein, denn laut Allianz habe sich die Police schon mehr als 400.000 Mal verkauft, wie Spiegel Online berichtet.

Neben der Zeitschrift Öko-Test in seiner März-Ausgabe und dem Bund der Versicherten, bläst nun die Verbraucherzentrale Hamburg also ins gleiche Horn und kritisiert das Produkt. Die Allianz mache den Kunden glauben, dass dieser mit der vollen Höhe seiner Beiträge am Index partizipiere. Tatsächlich aber geht ein nicht geringer Teil der Beiträge zunächst für Kosten drauf. Ein weiterer wird in ganz herkömmliche, zumeist niedrig verzinste Anleihen investiert, um die Bruttobeitragsgarantie abzusichern. "IndexSelect" kann im schlechtesten Fall zum Verlustgeschäft werden! 

Wenn die Allianz also Überschüsse erwirtschaftet - was keineswegs sicher ist – nutzt er diese um in den Index zu investieren. Zu beachten ist aber dabei, dass die Überschüsse nicht direkt in den Index fließen, sondern in komplizierte und teils undurchschaubare Finanzkonstrukte. Bei diesen sogenannten Optionsgeschäften sind die Gewinne nach oben hin gedeckelt, an den Verlusten aber nimmt der Anleger komplett teil. Sollte es also durch die große Volatilität (Schwankungsbreite) des Index nicht gut für den Anleger laufen, verlieren die Optionsscheine ihren Wert und die investierten Überschüsse sind damit auch weg. Wie schon oben erwähnt hat der Kunde damit das Risiko, dass zum Renteneintritt lediglich die unverzinsten Beiträge übrigbleiben. Nach Abzug der Inflationsrate ein Verlustgeschäft. 

Die Verbraucherschützer beklagen, dass die Allianz darüber nicht hinreichend aufklärt. Geht es nach dem Willen der Verbraucherzentrale Hamburg, soll die Allianz die Begriffe "Indexpartizipation" oder "Indexbeteiligung" nicht mehr benutzen, ohne auf die Verlustrisiken hinzuweisen. Neben dem Bund der Versicherten (BdV) hat auch "Öko-Test" der Allianz "übelste Verbrauchertäuschung" vorgeworfen. 

Die Allianz sagt sich von dem Vorwurf frei und weist darauf hin, dass die Funktionsweise des Produktes hinreichend und verständlich erklärt wird. Entsprechendes sei in den Bedingungen nachzulesen. Es wird wohl auf eine gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den einzelnen Parteien hinauslaufen.

Die letzte Auseinandersetzung in dieser Konstellation landete letztlich vor dem Bundesgerichtshof, wo die Allianz den Prozess in allen Punkten verlor. Hier ging es um intransparente Klauseln in Riester-Verträgen die der BGH kassierte.

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