ETF zum Vermögensaufbau

Erstellt von Falk Leibenzeder am 12. Juli 2021

ETF – Die ultimative Form zum Vermögensaufbau?

 

Immer wieder hören wir, dass ETF (Exchange Traded Funds) so toll sind, viel günstiger, flexibler und besser als gemanagte Fonds sind. Aber ist das wirklich so, oder hält sich das Märchen vielleicht nur hartnäckig? In diesem Beitrag wollen wir Dir ein paar Tipps an die Hand geben, mit denen Du einen besseren Einblick für Deine Entscheidung bekommst.

 

Wie ist der ETF konstruiert?

Wie auch in den gemanagten Fonds kann sich der Anleger für eine Anlageklasse seiner Wahl entscheiden. Das können Aktien, Rohstoffe, Technologie oder auch Rentenfonds sein. Die Wahl fällt dann auf einen entsprechenden Index mit breiter Streuung. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich jeder Index unterscheidet. Daher müssen die Investoren den Referenzwert einer jeden Anlage genau verstehen, um vor bösen Überraschungen geschützt zu sein.

  • Breite Streuung: idealerweise sollte der ETF breit gestreut sein, um eine möglichst große Sicherheit bieten zu können. Je mehr Titel im Fonds enthalten sind und je ausgeglichener die Gewichtung ist, desto geringer fällt das Risiko einer Fehlinvestition aus. Einer der bekanntesten ETF ist sicherlich der MSCI World Index mit ca. 2000 Einzeltiteln weltweit. Das Pendant für Deutschland wäre der MSCI Germany Index, oder etwas überschaubarer für die größten Titel der DAX Index. Innerhalb der Auswahl eines Index ist für den Anleger auch von Interesse, ob der Fonds Zinsen oder Dividenden ausschüttet. Also ob es ein „ausschüttender“ oder ein „thesaurierender“ Fonds ist. Da ETFs grundsätzlich nur einen entsprechenden Index nachbilden stellt sich die Frage nach dem Befinden vor der eigentlichen Investition.

 

  • Klumpenrisiko: Am Markt sind auch Fonds erhältlich, die keine breite Streuung beinhalten und nur maximal 50 Titel in der Struktur vereinen. Hier besteht die Gefahr eines Klumpenrisikos. Im Gegensatz zur breiten Streuung besteht somit die Gefahr einer Fehlinvestition da die Anlagesumme auf wenige Unternehmen verteilt wird. Idealerweise schreiben die Anlagebedingungen eine entsprechende Maximalgewichtung fest, um das Klumpenrisiko im jeweiligen Fonds zu minimieren.

 

Synthetische oder physische Replikation eines ETF

Wenn Du Dich mit dem Thema ETF beschäftigst, wirst Du zwangsläufig irgendwann auf die unterschiedlichen Replikationsmethoden stoßen. Es gibt zwei Methoden, die wir oben schon kurz angesprochen haben. Letztlich musst Du entscheiden, wie der Index nachgebildet werden soll. Ob in Form einer vollen „physischen Replikation“, also dass der Fonds in alle im Index enthaltenen Werte investiert, oder in Form einer „synthetischen Replikation“. Dabei wird die Entwicklung des Index nur als ein Tauschgeschäft nachgebildet. Du hast also nur „unechte“ Werte in Deinem Fonds. Schauen wir uns das mal genauer an.

 

  • Physisch replizierte ETF: Bei dieser Methode werden die Fonds entweder durch vollständige Replikation des Index nachgebildet oder anhand eines Sampling-Verfahrens. Dieses Verfahren kommt eher bei sehr breit gestreuten Fonds mit vielen Einzeltiteln zum Tragen. Er entsprechende ETF-Anbieter kauft daher nur einen ausgewählten Aktienkorb (Basket) der idealerweise ein gleiches Risiko-Rendite-Profil wie der zu kaufende Index aufweist. Sind die Marktgegebenheiten „normal“ und wir bewegen uns in eher ruhigeren Zeiten ist diese Methode tragfähig. Bewegen wir uns jedoch in eher volatilen und unruhigen Zeiten (wie aktuell durch Corona) halten die Rahmenbedingungen der Auswahl jedoch nicht immer Stand. Ist das der Fall, können eher Tracking Error auftreten (Abweichung der Tagesrenditen von ETF und Vergleichsindex). Der Kurs fällt damit unter den Vergleichsindex. Und das möchte der Anleger ja vermeiden. Hier fällt schon auf, dass ETF auch mit Vorsicht zu genießen sind. Ein gemanagter Fonds hat hier mehr Handlungsmöglichkeiten

 

  • Synthetisch replizierende ETF: Bei dieser Form bilden die Anbieter des ETF den Referenzwert nur mit Hilfe eines SWAP-Geschäftes nach. Es wird also die Entwicklung der Wertpapiere im Fonds, gegen die Entwicklung des Referenzindex getauscht. Mit dieser Methode können oftmals Kosten gesenkt, und der Tracking Error reduziert werden. Das Kontrahentenrisiko, also ob der Tauschpartner seinen Verpflichtungen auch nachkommt, steigt aber beträchtlich. Im schlimmsten Fall geht der Partner insolvent und das Kapital ist verloren.

 

 

Kosten eines ETF zum Vermögensaufbau

Immer wieder sprechen Anleger von den niedrigen Kosten eines ETF. Daher ist die Gesamtkostenquote eines ETF immer unter besonderer Berücksichtigung. Die Gesamtkostenquote TER (Total Expense Ratio) sind die Kosten, die der Anbieter jedes Jahr für die Nachbildung des Index veranschlagt wird.

In der TER können aber auch alle anderen möglichen Kosten beinhaltet sein. Dies können Lizenzkosten, Marketinggebühren oder Verwahrentgelte sein. Was in der TER jedoch nicht enthalten ist, sind die Handelskosten. Wie in jedem Fonds entstehen Kosten beim Kauf und Verkauf von Anteilen. Die wird als Geld-Brief-Spanne oder auch Spread bezeichnet. Dieser Spread ist nicht zu unterschätzen, da er doch bei allen Börsengeschäften berechnet wird.

Je nach Auswahl des Fonds können unterschiedliche Kosten entstehen. Manchmal ist eine Abweichung vom Referenzindex sogar gewollt, was aber mit zusätzlichen Kosten verbunden sein kann. Sollten im eigentlichen Index größere Umwälzungen bevorstehen, in Form von Umverteilung der einzelnen Titel, oder durch Übernahmen, Fusionen oder Pleiten einzelner Titel entstehen zusätzliche, ungewollte Kosten. Kosten entstehen immer, wenn Abweichungen vom ursprünglichen Index bestehen. Da der ETF in Sachen Rendite dem Leitindex folgen soll, müssen immer wieder Anpassungen vorgenommen werden.

 

 

ETF als ausschüttende oder thesaurierende Variante?

Bei Deiner Investition musst Du Dich auch entscheiden, wie die Ertragsverwendung geschehen soll. Möchtest Du eine ausschüttende Variante wählen, also Zinsen und Dividenden werden an Dich ausgezahlt, und du kannst damit machen was du möchtest. Achte herbei aber bitte auch auf Steuern du Deinen Freibetrag. Ist Dir eine thesaurierende Variante lieber? In dieser Form werden Erträge direkt wieder im Fonds angelegt und erhöhen somit Dein Vermögen. Du profitierst somit auch direkt vom Zinseszinseffekt.

 

ETF Sparplanfähig zum Vermögensaufbau

Für den Vermögensaufbau sind ETF unerlässlich – heißt es oftmals. Wir sagen hier ganz klar – JEIN! Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Egal in welchem Bereich. So sind ET auch nicht das allheilbringende Mittel, wie wir bereits in einem früheren Beitrag ausführlich erklärt haben. Als Beimischung sind sie aber durchaus gut geeignet. Es kommt eben immer darauf an, was Dein Ziel ist. Welche Fonds Sparplanfähig sind, können wir Dir in einer persönlichen Beratung gerne aufzeigen. Wenn du also Interesse daran hast in die Welt der Fonds und ETF einzusteigen, dann buche gerne Deinen persönlichen Wunschtermin über unseren Kalender.

 

Erfahrung und Alter eines Fonds

Wie bei gemanagten Fonds auch, spielt bei den ETF das Alter bzw. Auflegdatum eine Rolle. Generell gilt; je älter der Fonds, desto besser am Markt und bei den Investoren eingeführt. Das Alter ist zwar nicht immer gleichzusetzen mit einem hohen Fondsvolumen, führt aber häufig dazu. Für einen Fonds ist ein hohes Volumen von Vorteil, da dies eine höhere Liquidität und geringere Spreads zur Folge hat. Um Vergleiche mit anderen Fonds der Kategorie vollziehen zu können, sollte der Fonds mindestens 3 Jahre alt sein. Die Schlussfolgerung könnte also lauten: je älter je besser.

 

Fondsvolumen

Wie wir schon geschildert haben, sind Größe und Erfahrung ein entscheidender Faktor für einen Fonds. Sicherlich gibt es auch Spezialitäten Fonds, die nur eine Nische besetzen und ei eher kleines Volumen haben. Das findet sich im ETF Bereich aber eher selten, da es wirtschaftlich nicht vertretbar wäre. Hier sind also gemanagte Fonds von Vorteil. Ein ETF Fonds lässt sich ab ca. 50 Millionen Euro wirtschaftlich und nachhaltig betreiben. Ist das Volumen kleiner, besteht die Gefahr, dass der Fonds geschlossen wird. Entweder erfolgt dann eine Liquidation des Fonds, eine Verschmelzung mit einem anderen Fonds oder Umschichtung in einen ähnlichen Fonds. Daher gilt – achte auf das Fondsvolumen, wenn Du investierst.

 

Vergleichbarkeit mit dem Index

Wenn du Dich für die Investition in ETF entscheidest, solltest Du im Vorfeld prüfen, inwieweit der gewählte Fonds den Index wirklich abbildet. Also wie groß ist der Tracking Error? Denn wenn du in einen ETF investierst, sollte der Fonds dem Referenzindex so genau wie möglich folgen. Es wird aber nie eine 1zu1 Abbildung erfolgen können, da es immer eine gewisse Zeitverschiebung des ETF zum Index gibt. Geht es hoch, hinkt der ETF meistens etwas hinten dran, geht es runter, ist es dasselbe. Der Tracking Error sagt nichts über die Expertise des ETF aus, sondern hängt zum Großteil auch von der Art des ETF ab. Wie wir oben schon besprochen haben, ist es wichtig im Vorfeld zu ermitteln, ob Dein gewählter Fonds physisch oder synthetisch repliziert ist. Erfahrungsgemäß ist der Tracking Error bei synthetisch replizierten Fonds geringer, bergen aber die bereits beschriebenen Risiken.

 

Liquidität eines ETF

Einer der zentralen Punkte eines Fonds oder Wertpapiers im Allgemeinen, ist die Solvenz dessen. Um einen betriebswirtschaftlich sinnvollen Betrieb zu gewährleisten ist für einen Fonds eine kostengünstige Kapitalbeschaffung essenziell. Je liquider der Fonds, desto interessanter wird es für den Anleger. ETFs werden meistens an der Börse gehandelt und erhalten durch die Ordergebühren und die Spreads (Geld-Brief-Spanne) ihre Liquidität. Wir halten also fest, dass ein Fonds neben hohen liquiden Werten der Papiere auch ein großes Fondsvolumen mitbringen sollte. Zudem ist ein hohes Volumen auch ein Garant für eine gute Marktdurchdringung, was wiederum verbindliche An- und Verkaufskurse mit sich bringt und somit neue Anleger in den Fonds zieht. Das bring zusätzliche Liquidität in den Fonds.

 

 

 

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